Bura
Die Bura ist ein unberechenbarer Wind, der vom Festland her in
Böen weht. Sie ist relativ kalt und trocken, erreicht eine mäßige
Stärke und dauert mehrere Stunden an. Sie reinigt die Luft, sodass
die Sicht nach der Bura ausgezeichnet und das Wetter sonnig und
heiter ist.
Obwohl die Bura vor allem ein Winterwind ist, weht sie während
des gesamten Jahres vor allem in den Morgenstunden und erreicht
dabei eine mittlere Geschwindigkeit von 11 m/s. Weil sie von den
Gebirgshängen zum Meer herunterweht, kommt sie am häufigsten aus
nordöstlicher Richtung bzw. aus den Richtungen NNO, NO oder ONO.
Auf dem offenen Meer wechselt die Bura häufig in nordwestliche
Richtung.
Das, wofür die Bura bekannt ist, ist ihre «Launenhaftigkeit»,
die Tatsache also, dass sie häufig in Böen weht und dass sie genauso
häufig ungestüm und unerwartet zu wehen beginnt, wobei die Windstöße
von heulenden Geräuschen begleitet werden. Diese heulenden Windböen
werden für eine oder mehrere Minuten von Windstille oder von schwächeren
Winden unterbrochen.
Im Sommer weht die Bura vor allem im Norden der Adria, und zwar
dort, wo das Gebirge (Velebit) am schmalsten ist. Das Aufziehen
der Bura erkennt man an der Wolkenkappe, die vor dem Beginn des
Windes die Bergspitzen des Velebits oder des Biokovs bedeckt.
Die Wellen, die die Bura verursacht, sind kurz und entfernen sich
schnell vom Festland. Die zerspritzenden Wellenkämme verwandeln
sich in weißen, sprühenden Meeresschaum, wobei starke Windschläge
manchmal Wassertropfen durch die Luft schleudern können und so
den sog. «Meeresstaub» produzieren.
Hier ein paar praktische Ratschläge, falls die Bura weht: Sollten
Sie beim Segeln entlang der dem Festland zugewandten Inselküste
auf eine Zone ohne Vegetation treffen, dann müssen Sie hier mit
einer besonders starken Bura rechnen. Bei Bura zu segeln bedeutet,
dass es Ihnen an Aufregung nicht fehlen wird, denn dies ist wirklich
eine große Herausforderung, die Umsicht und Vorsicht erfordert
- sowohl was die Vorbereitungen des Bootes als auch was die Mannschaft
angeht. Vermeiden Sie also bei Bura möglichst das Segeln in der
Nähe von windanfälligen Küstenabschnitten, bereiten Sie sich auf
mögliche Manöver vor, wappnen Sie sich mit Geduld, denn Sie müssen
die Anordnung der Segel wahrscheinlich mehrfach verändern. Und
vergessen Sie nicht, der Sicherheit den ersten Rang einzuräumen.
Das Segeln mit kleinen Segelbooten empfehlen wir bei Bura nur
wirklich ausgezeichneten Seglern.
Jugo
Der Jugo ist ein südwestlicher Wind von gemäßigter Stärke, der
vom Meer her in Richtung Festland entlang der gesamten kroatischen
Adriaküste weht. Er weht aus den Richtungen OSO, SO oder SSO.
Prinzipiell lässt sich sagen, dass Sie auf den Jugo häufiger treffen,
wenn Sie in der südlichen Adria segeln. Da der Jugo zur Gruppe
der Frühlings- und Herbstwinde gehört, die mit Regen und einer
feuchten Atmosphäre verbunden sind, weht der Jugo im Sommer eher
selten. Wenn er dennoch wehen sollte, dann können Sie ihn an folgenden
charakteristischen Merkmalen erkennen: Der Wind weht ohne Unterbrechung
und wird schrittweise stärker. Er produziert sehr schöne, lange
Wellen ohne Rauschen und Schaum. Erst bei einem starken Jugo schlagen
die Wellen auf die Küste und ziehen sich lärmend ins offene Meer
zurück.
Weil gleichmäßige Wellen und die ständig wirksame Kraft des stets
aus der gleichen Richtung wehenden Windes den Jugo kennzeichnen,
ermöglicht er allen Seglern die besondere Erfahrung einer dynamischen
Fahrt auf dem Meer mit konstant vom Wind gefüllten Segeln, so
dass das Segelboot eine sehr hohe Geschwindigkeit zu erreichen
vermag.
Maestral
Der Maestral ist ein für den Sommer an der Adria typischer Nordwestwind,
für den außerdem ein schönes und stabiles Wetter charakteristisch
ist. Nach der morgendlichen Windstille beginnt im Sommer fast
schon gesetzmäßig in der Mittagszeit sein angenehmes Strömen,
das sich verstärkend bis zum Sonnenuntergang dauert. Der Maestral
kann eine Windstärke von 5 bis 6 erreichen. Am häufigsten weht
er im Zadarer Kanal und im Kanal von Korcula.
Grafik2006.©